Pulpa

Zahnmark, laienhaft: "Nerv", "Zahnnerv", engl.: (dental) pulp; mit den Eigenschaften:

  • unterteilt in Kronenpulpa und Wurzelpulpa; letztere besitzt Seitenkanälchen, welche Pulpenausläufer darstellen und eine Verbindung mit dem Zement der Wurzel herstellen 
  • das Grundgewebe ist ein gallertiges Bindegewebe, mit einem Netz aus Blut- und Nervgefäßen (Nervengeflecht = Raschhowscher Plexus, welcher mit den Odontoblasten in Verbindung steht) 
  • weiter sind Odontoblasten vorhanden, welche das Pulpencavum ("Nervhöhle") auskleiden; deren Fortsätze ziehen in das Dentin hinein (= Odontoblastenfortsätze) 
  • an die Odontoblastenschicht schließt sich die Weilsche Zone als zellarmes Gewebe an
  • die engste Stelle der P. befindet sich am Foramen apicale: Es ist die Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für die P
  • ihre Aufgabe besteht in der lebenslangen Bildung von Dentin, der Ernährung von Teilen des Zahnes und einer Schmerzempfindung auf thermische, chemische, osmotische und mechanische Reize. 
  • Das Pulpengewebe ist außerordentlich empfindlich gegen thermische Reize: Steigt die Temperatur in diesem empfindlichen Körpergewebe an, so kommt es zu einer thermischen Schädigung und i.d.R. zum Absterben des Gewebes. So werden 42 °C als biologischer Grenzwert angegeben. Da die P. bei dieser Schädigung primär nicht infiziert ist, kommt es meist erst nach einiger Zeit (Wochen/Monaten) zu schmerzhaften Reaktionen. 

Die Größe bzw. Ausdehnung der Kronenpulpa ist mit herkömmlichen Methoden (z.B. Bissflügelaufnahmen) nur schwer festzustellen - dies wäre von besonderem Interesse bei der Präparation eines Zahnes, um die P. nicht unbeabsichtigt zu eröffnen. In der radiologischen Darstellung werden die realen Dimensionen der Pulpa häufig nicht korrekt wiedergegeben; besonders im Molarenbereich werden die wahren Größenverhältnisse meist unterschätzt.